Frauen Artikel 05. Oktober 2026

Ein Punkt mit Gewicht

Campus-Mädels ärgern Titelfavorit Bergheim

Ein Punkt mit Gewicht

Es war eines jener 0:0, die mehr erzählen als das nackte Ergebnis. Die Campus-Mädels des FC Pinzgau hielten den bislang ungeschlagenen Titelfavoriten FC Bergheim in der Bürgerau in Schach – und waren in den Schlussminuten sogar nahe daran, die Partie für sich zu entscheiden.

Bergheim reiste mit einer beeindruckenden Bilanz nach Saalfelden. In den ersten fünf Saisonspielen hatten die Gäste bereits 23 Tore erzielt und noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert. Auch gegen den FCPS blieb die Defensive des Favoriten ohne Gegentor. Anders als vielleicht erwartet mussten die Bergheimerinnen jedoch bis zum Schlusspfiff um ihren Punkt kämpfen.

Die junge Pinzgauer Mannschaft setzte nicht auf Abwarten, sondern begegnete dem Favoriten mit Mut und hoher Laufbereitschaft. Defensiv wurden die Räume eng gehalten, im Zentrum konsequent gearbeitet und gefährliche Situationen gemeinsam bereinigt. Kapitänin Andrea Moser gab der Mannschaft die notwendige Stabilität, während die zahlreichen jungen Spielerinnen auch in Drucksituationen bemerkenswert ruhig blieben.

Dass der Kader überwiegend aus Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren besteht, war an diesem Nachmittag vor allem auf dem Spielbericht erkennbar. Auf dem Platz trat der FCPS geschlossen, zweikampfstark und keineswegs wie eine klassische Nachwuchsmannschaft auf.

Besonders bemerkenswert war der Einsatz von Johanna Machreich und Ida Berger. Beide hatten wenige Stunden zuvor bereits für die FCPS-Frauen beim 2:2 gegen den FCM Traiskirchen in der 2. Frauen Bundesliga gespielt. Gegen Bergheim wurde Johanna Machreich zur Halbzeit eingewechselt, Ida Berger folgte in der 61. Minute. Trotz der vorangegangenen Belastung brachten beide noch einmal frische Energie in das Campus-Team.

Auch Aurelia Krehbiel, Tamara Schwab und Semmi Van Pernis kamen im Verlauf der zweiten Hälfte in die Partie. Die Wechsel sorgten dafür, dass die Pinzgauerinnen das Tempo weiterhin hochhalten konnten. Während bei den Gästen die Nervosität zunahm, blieb der FCPS bis zum Ende mutig und suchte die Entscheidung.

In den Schlussminuten lag der Siegestreffer tatsächlich noch in der Luft. Bergheim, das in der laufenden Meisterschaft weiterhin ohne Gegentor ist, musste bis zur letzten Aktion konzentriert verteidigen, um zumindest einen Punkt aus Saalfelden mitzunehmen.

Für die Campus-Mädels war das torlose Remis daher weit mehr als ein Achtungserfolg. Das Team bewies, dass sie trotz ihres geringen Altersschnitts bereits in der Lage ist, gegen ein Spitzenteam der Salzburger Frauenliga taktisch diszipliniert und über die gesamte Spielzeit konkurrenzfähig aufzutreten.

Durchlässigkeit ist längst gelebte Praxis

Wie eng Campus-Team und Bundesligamannschaft mittlerweile miteinander verbunden sind, zeigt ein Blick auf den gesamten Kader. Mit Levi Dophemont, Miriam Schiestl, Joie Preimel, Melanie Riedlsperger, Julia Thurner, Leonie Wegscheider, Letizia Voithofer, Johanna Machreich, Alina Neuner, Jasmin Hamann und Ida Berger haben bereits elf junge Spielerinnen in der vergangenen oder der laufenden Saison Einsatzzeit in der 2. Frauen Bundesliga erhalten.

Diese Zahl unterstreicht die Durchlässigkeit des FCPS Frauenprogramms. Die Salzburger Frauenliga ist für die jungen Spielerinnen keine sportliche Endstation, sondern eine wichtige Ausbildungsstufe. Hier können sie Verantwortung übernehmen, Spielpraxis im Erwachsenenfußball sammeln und sich für weitere Einsätze in der Bundesliga empfehlen.

Nach sechs Runden steht der FC Pinzgau Campus mit zehn Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Noch wichtiger als die Platzierung ist jedoch die erkennbare Entwicklung: Die Grenzen zwischen Nachwuchs-, Campus- und Bundesligateam werden zunehmend fließend. Wer mit Leistung überzeugt, erhält seine Möglichkeit – unabhängig vom Alter.

Weiter geht es am Sonntag, dem 11. Oktober, um 17.30 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim USK Elsbethen.